Omas Jahre

1820 – Frost an Händen, Füßen, im Gesicht behandeln

Ein Beitrag von Gertrud über die historische Hausapotheke:

1. Mittel gegen Frostbeulen in Händen und Füßen.

So lange dieselben nicht aufgesprungen sind, ist ein bewährtes Mittel das Waschen der erfrornen Glieder mit Peruvianischem Balsam in Alkohol aufgelöst, welches man 4-6 Abende wiederholt.
Ferner das Bestreichen mit einer Salbe von dickem Terpentin und rohem Zucker, oder mit Cöllnischem Leim, den man in Flußwasser zu einer steifen Gallerte aufgelöst hat. und der so lange um leitenden Theil bleibt, bis er von selbst abfällt.
Ein unfehlbar helfendes, ganz vorzügliches Mittel, welches selbst die schlimmsten Frostbeulen zertheilt, und dabei den Vortheil gewährt, nicht widrig, sondern sehr angenehm zu riechen, findet sich in dem  folgenden Rathschlag.
Für aufgebrochene Frostbeulen ist ein mildes Fett sehr heilsam, wie Eieröl, Cacao-Butter, Muscaten-Butter; auch die weißen Blumenblätter der weißen Lilie, in feinem Baumöl aufgewahrt, sind sehr wohlthätig.

 

2. Mittel gegen die Röthe vormals,
durch den Frost beschädigter Hände,

und gegen das Aufspringen der Gesichtshaut.

Man nimmt 1 Loth gepülverte Benzoe, 1/2 Drachma Peruvianischen Balsam, 2 Drachmen Storar und 8 Loth gereinigten Weingeist.
Dieses Alles wird so lange in Auflösungswärme gehalten, bis der Weingeist hinreichend gesättigt ist, was die dunkelbraune Farbe und die dickliche Beschaffenheit der Mischung zu erkennen giebt; dann seihet man es durch.

Sind die Hände nur roth oder blau, so bepinselt man sie damit Abends und Morgens und läßt sie trocknen.
Sind sie aber schwarzblau, mit braungelben Flecken unterlaufen und dabei geschwollen, so muß das Bestreichen öfter, ja nach Befinden wohl stündlich geschehen.

Gegen Frostbeulen ist dies treffliche Mittel unfehlbar sehr wirksam. Die Flüssigkeit muß auch hier erst abtrocknen, ehe man den Strumpf überzieht.

Um die aufgesprungene Gesichthaut zu heilen, gießt man 8—10 Tropfen dieser Mischung in einen Suppenlöffel voll lauwarmes Wasser und schlägt damit in einem Napfe vermittelst eines Stückchens venetianischer oder spanischer Seife einen dicklichen Schaum, mit dem man das Gesicht einreibt, es hernach abtrocknen läßt und zuletzt mit lauwarmem Wasser abwäscht.
Man kann obige Mischung auch unter dem Namen Balsamus commendalris, oder nach dem neueren Namen Tinctura benzoes comporita erhalten.

Oft hilft (besonders bei aufgeborstenen Wunden), besser als alle diese Mittel, das oftmalige Räuchern (bei bösen Uebeln 6 bis 7 Mal täglich) mit Weizenkleie.

Gleich darauf muß man den leidenden Theil mit einem Strumpf oder Handschuh bedecken, ihn auch nicht unmittelbar nachher waschen, sondern damit wenigstens eine Stunde warten.

 

Gertrud 03.04.2021


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