Omas Jahre

Die obligatorischen Suppen des 19. Jahrhunderts

 

Heute stelle ich Euch (oben) das zukünftige Titelbild für die von Gitti zusammengetragenen Suppen-Rezepte der einfachen Küchen des 19. Jahrhunderts vor.
Es stammt aus  dem “Neuen Augsburgischen Kochbuch von S.J. Weiler, geborene Gestenhof von 1805” und ist nach Titelbild, Vorwort, etlichen Einführungen und einem stattlichen Inhaltsverzeichnis endlich auf Seite 1 des Hauptteils als Überschrift für den Abschnitt “Suppen” mittels Holzschnitt abgedruckt.

Bedenkt dabei, dass die Qualität der handgefertigten Holzschnittvorlagen durch mannigfaltigen Gebrauch gelitten haben. Sie wurden natürlich nicht immer speziell für dieses eine bestimmte Buch hergestellt, sondern auch in anderen Druckwerken verwendet. So ist es denkbar, dass diese Druckvorlage ursprünglich gar nicht für dieses Kochbuch geschnitten wurde. Die Druckereien mussten um diese Zeit nicht nur auf den Papierverbrauch achten, auch die Handwerker waren knapp, es herrschten allerorten napoleonische Kriegswirren, Zwangs- und Kriegsabgaben, Spenden für den vaterländischen Kampf gegen die französischen Koalitionstruppen wurden auch nicht immer freiwillig geleistet, junge Männer wurden als einfache Soldaten (Kanonenfutter) zum Militärdienst gezwungen und waren heute bei diesem Schlachtensieger rekrutiert und morgen bei dem der ihre Truppe anderntags besiegt hat.
Da wurde mit der Kriegsbeute “überlebender Soldat aus der Feindesarmee” nicht viel Federlesen betrieben, er wurde umrekrutiert, diente in ganz Europa immer neuen Herren und folgte deren Kommandos.
Verständlich, dass dadurch das Personal in den örtlichen Kaufmanns- und Handwerksbetrieben natürlich stets knapp und nicht immer den Ansprüchen des Unternehmers gewachsen war. Das hatte nebenbei auch Auswirkungen auf die Qualität und den Vertrieb von Kochbüchern, denn diese waren natürlich nicht unbedingt kriegswichtig.

Die Autorin “S.J.W.” wurde 1750 geboren, verstarb 1810 (5 Jahre nach Herausgabe dieses Buches). Ihr “Augsburgisches Kochbuch” war ein Bestseller seiner Zeit, der von ihren Erben in unendlichen Auflagen in den  kommenden Jahrzehnte immer wieder neu aufgelegt wurde.

Allerdings ist dieser seltene Holzschnitt, dem die Spuren seiner Herstellung und Nutzung deutlich anzusehen sind,  in den Ausgaben, die nach ihrem Tode herausgegeben wurden, nicht mehr veröffentlicht worden und seine Veröffentlichung in diesem Blog  soll meine persönliche, kleine “Erinnerung” an die taffe Schriftstellerin und Mutter von 15 Kindern sein.

 

 


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