Omas Jahre

Corona-Pause

Heute melde ich mich wieder zurück. Der aktuelle Langzeit-Lockdown und seine immensen Folgen in den Familien und Betrieben unserer Autoren ist – trotz allen Verständnisses – schweren Herzens akzeptiert, schlaucht uns aber dennoch bis zum letzten.

Alles ist ein großes Durcheinander und eine aus unseren Köpfen einfach nicht zu vertreibende Ungewissheit, ob das alles den behaupteten Sinn und erhofften Erfolg hat, macht es schwierig damit klar zu kommen.

Wir haben viel dort geholfen, wo es notwendig gewesen ist. Überwiegend in unseren Nachbarschaften, wo es genug hilfebedürftige, ältere Mitbürger gibt, für die wir Besorgungen erledigen, Wege machen und Recherchen anstellen. Das hält auf, das ermüdet und verstimmt uns immer wieder, weil wir vermehrt feststellen müssen, dass es immer weniger verantwortliche Ansprechpartner zu finden, die noch motiviert und nicht vom ergebnisarmen Tagesgeschehen desillusioniert und frustiert sind.

In den Familien unserer Mitautorinnen herrscht bei dem Blick auf die berufliche, geschäftliche Zukunft oft Hoffnungslosigkeit. Gelegentlich spürte ich Trübsal und immer öfter macht sich Mutlosigkeit breit.
Wenn 4 bis 6 Personen etliche Wochen in ungewohntem Maßen in eine bisher nicht gekannte Familiengemeinschaft gefügt werden, muss der mit der bald erzwungenen gegenseitigen Rücksichtnahme gelebt werden.
Ansprechpartner, um „Dampf abzulassen“ = Fehlanzeige!

Mehr Worte braucht es hoffentlich nicht, um zu verdeutlichen, dass meine Mitautorinnen andere Sorgen hatten und noch haben, als in uralten Dokumenten zu blättern.
Und dann die allergrößte Bedrohung, die mir immer wieder geschildert wird:
Wenn Kinder in der überschaubaren Wohnung spitzbekommen, dass Mutter sich um alte Bücher kümmert, steigert dies die Neugierde der Kleinen und jedes alte Familienstück ist in enormer Gefahr, dem stürmischen Interesse und den ungelenken Fingern eines oder mehrerer wetteifernder Leser zum Opfer zu fallen.

Deshalb haben wir Autorinnen uns alle mehr oder weniger ausdrücklich dazu entschlossen, diese Zeitdokumente zu bewahren und außer Reichweite zu bringen. Wir holen sie erst wieder aus den Verstecken, wenn wieder ein gewohnter Tagesablauf und regelgerechter Schulbesuch gewährleistet wird.

Habt bitte Verständnis und noch etwas Geduld mit uns, weil es hier in Omas Gemeinschaftsblog im Augenblick etwas zögerlich vorwärts geht.

Eugenie
17.02.2021



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