Am 23. Juli 1842 verfasste Johanna Schröder in Hannover das Vorwort ihres im Selbstverlag und in Commission der Hellwing’schen Hofbuchhandlung veröffentlichte Druckwerk
Allgemeines Hannoversches
Koch- und Wirtschafts-Buch
nach den Angaben eines
berühmten Hannoverschen Kochs
und eigenen Erfahrungen
Ihr wisst bestimmt, dass 1842 noch das Königreich Hannover bis 1866 bestanden hat und der amtierende Welfenkönig Ernst-August ein rückwärts gewandter Regent war, der die von seinem Vorgänger gewährten Bürgerrechte wieder kassierte.
In diesem Umfeld lebte und wirkte die Verfasserin des Kochbuchs und sie wusste sicherlich, dass dies Rezept tatsächlich bei einer sehr hohen Anzahl hannoverscher Untertanen als Hauptspeise auf dem täglichen Speisezettel stand.
Angeregt durch den Beitrag von Concierge über den Grießkuchen musste ich kontrollieren, ob es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben der Hafergrütze, der täglichen Grundnahrung des Tagelöhners und der einfachen Bauersleuten tatsächlich gab.
Ja ! Und ich bin in diesem Kochbuch fündig geworden.
Auf Seite 194 wird unter der laufenden Nummerierung 59 im Jahre 1842 folgendes Kurzrezept gedruckt:
Gries=Brei
Man quirlt Gries in kochender Milch (in ¼ Quartier 3 Löffel voll);
giebt etwas Butter und Salz dazu,
und kocht daraus einen dicken Brei.
Na ja, lang und kompliziert ist es gerade nicht, aber immerhin war es eines, was ganz sicher zu denen gerechnet werden darf, welches die meisten Esser verzeichnen konnten.
Grützbrei – Hauptnahrungsmittel des niedrigen Standes in Preußen bis zur Zwangseinführung und Akzeptanz der damals ungeliebten Kartoffel – wurde wie Griesbrei angerichtet.
17.02.2021 – Rike.
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