Omas Jahre

1874 – Hirtenknabe als Banknotenfälscher tätig

 

Ein Hirtenknabe als Banknotenfälscher.

Vor den Schranken des Geschwornengerichtes zu Tarnow in Galizien stand ein 14 Jahre alter Hirtenknabe unter der Anklage der Fabrikation von Fünf- Gulden-Noten.
Dieser junge Künstler machte die Falsifikate ohne Presse, aus freier Hand, während er das Vieh weidete.
Statt der Tusche benützte er eine aus sogenanntem Waizenroste angefertigte Tinte und die Hollunder-Beeren gaben die rothe Farbe.
Der Bursche kann nur nothdürftig lesen, schreiben lernte er nie, dafür aber zeichnete er schon seit frühester Kindheit Figuren mit Kohlen an den Wänden, wofür er von seinem Vater öfters bestraft wurde.
Die ungewöhnliche Anlage des Knaben zum Zeichnen entwickelte sich aber erst dann auf staunenswerthe Weise, als er Banknoten nachzuahmen begann, die er seinem Vater stahl und an deren Stelle er dann seine Falsifikate niederlegte.
So wurde der Vater der unwissentliche Verausgaber der von seinem Sohne gemachten Falsifikate.
Als das Gericht die Richtigkeit des vom Knaben abgelegten Geständnisses bezweifelte, legte er eine Probe seiner Geschicklichkeit ab und fertigte binnen kurzer Zeit in seiner Art eine Fünf-Gulden-Note an; auch erbot er sich zur Anfertigung des Porträts eines der Richter und machte sich auch sogleich daran, den Präsidenten zu zeichnen.
Der Knabe wurde auf drei Jahre in ein Korrektionshaus geschickt.


Eine Zuschrift, die uns Claudio aus Salzburg am 22.10. zugesandt hat.

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